Impulse

Impuls:   CORONA BESIEGT CORONA

Corona – das ist lateinisch und heißt auf deutsch einfach „die Krone“. Unter dem Elektronenmikroskop erinnern die Coronaviren mit ihren kugelförmigen Hüllen tatsächlich an eine Krone. Daher der Name für diese Seuche. Mit ihr wollen wir natürlich möglichst nicht gekrönt werden.

Doch eine ganz andere Corona tragen wir wirklich gerne: „Er rettet dich mitten aus Todesgefahr und krönt dich mit Güte und Erbarmen“, lesen wir in der Bibel  (Psalm 103, Vers 4). Eine tolle Zusage, die uns Gott persönlich gibt. Und diesen Hut, nein diese Krone, dürfen wir uns in diesen Tagen bewusst aufsetzen lassen.

So erleben wir: Corona besiegt Corona! Was für eine Ermutigung!

Johannes Schäfer (Pastor im Ruhestand), 21.03.2020
 

 

Impuls:   Dankbar statt ängstlich

Die Corona-Krise macht Angst. Nichts ist mehr wie früher. Dabei sehne ich mich nach Begegnung mit anderen. Aber das ist gerade kaum möglich, jedenfalls im persönlichen Umgang. Wie kann ich dem entgehen, dass mich in dieser Situation meine Gefühle nach unten ziehen?

Ich habe entdeckt: Wenn ich mir abends vor dem Einschlafen gezielt überlege, was heute an diesem Tag trotz allem gut war, dann hilft mir das. "Loben zieht nach oben, Danken schützt vor Wanken" haben unsere Väter und Mütter im Glauben gesagt. Das stimmt auch heute. Und mir ist jetzt schon klar: Auch wenn die Corona-Krise dann hoffentlich irgendwann wieder vorbei ist, will ich diese "Übung" beibehalten. Denn sie tut vor allem mir selbst gut!

Pastor Holger Panteleit, 03.04.2020

PS: Manchmal gibt es wirklich schwierige Situationen zu bewältigen. Dann darf man Gott auch klagen!
 

 

Impuls:   Dornen-Corona: Sie müssen sich nur impfen lassen!

Geistliche Überlegungen während der Corona-Pandemie von Lutz Scheufler

Der Name Corona (spanisch) leitet sich von der Bauart des Virus ab und bedeutet „Krone“. Ein für die Augen unsichtbarer Winzling hält unseren Planeten in Atem. Viele Menschen reagieren verängstigt auf das grassierende Coronavirus: Klopapier hamstern und Vorratskammern füllen. Hilflos halten Politiker großspurige Reden: „Kein Arbeitsplatz geht verloren. Wir stemmen uns mit unserem Geld gegen das Virus.“ Zu den sinnvollen Vorkehrungen gehört: Die Hände werden desinfiziert. Mit dem greisen Nachbarn wird sich solidarisiert. Ist jemand infiziert, wird er isoliert.

Angesichts der Anstrengungen und der Angst überrascht mich jedoch alles das, was fehlt: kein großmäuliges „Wir werden das Klima retten“. Kein Gender-Gelaber um diverse Toiletten. Kein Vorwurf von Corona-Phobie.

Das Sünde-Virus

Und keine Angst vor einem viel schlimmeren Virus, das bereits alle Menschen infiziert hat und für alle garantiert tödlich ist! Unsere Welt ist seit jenem Tag davon befallen, seit die Tür zum Paradies ins Schloss gefallen ist. Adam – die Krone der Schöpfung – hat sich vom Schöpfer getrennt, und seit diesem Augenblick ist durch das Sünde-Virus unsere Welt infiziert. Da helfen keine Schönwetterreden: „Wir sind doch keine Sünder.“ Da helfen keine Vorkehrungen durch gute Taten. Da hilft keine Ablehnung von Drohbotschaften. Hier kann nur der mit der Dornen-Corona auf dem Kopf helfen. Jesus hat das Sünde-Virus durch seinen Tod am Kreuz besiegt.

Der Impfstoff kommt aus Israel

Ganz gleich welches Land zuerst den Impfstoff gegen das Coronavirus herstellt. Der Impfstoff gegen das Sünde-Virus kommt aus Israel und steht seit über 2.000 Jahren allen Menschen zur Verfügung – das Blut von Jesus: für Dich vergossen. Sie müssen sich nur impfen lassen!

(Der Autor, Lutz Scheufler (Waldenburg bei Zwickau), ist Evangelist und Liedermacher. Seit 2005 leitet er das Evangelisationsteam.)
(idea/23.03.2020)

 

Impuls:   Ein Gespenst geht um

„So reißt er auch dich aus dem Rachen der Angst in einen weiten Raum, wo keine Bedrängnis mehr ist.”

Aus dem alttestamentlichen Buch Hiob 36,16a


„Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Kommunismus.“ Mit diesen Worten beginnt das berühmt-berüchtigte „Kommunistische Manifest“. Das ängstigt heute kaum jemanden mehr. Das Schreckgespenst von heute heißt Covid-19 – kurz: Corona. Nicht wir haben den Virus, der Virus hat uns! Während der tödlichen Seuchen des Mittelalters fragten sich die Menschen: „Komme ich in den Himmel oder in die Hölle, und wie kriege ich einen gnädigen Gott?“ Die Frage heute heißt: Wie kriege ich Klopapier und Mehl? Früher stand man bei Johann Tetzel um Ablassbriefe an – heute bei Aldi oder Lidl um Dosentomaten. Wir fürchten uns nicht mehr vor dem Fegefeuer, sondern vor leeren Regalen im Supermarkt. Statt nach verlässlicher Gnade streben wir nach reißfesten Küchentüchern. Die Frage ist doch: Wer herrscht über uns – ein obskurer „Kronenvirus“ oder der dornengekrönte Christus? Weil ich eine sehr resolute Lateinlehrerin hatte, weiß ich heute noch, dass „sub corona (!) vendere“ „als Sklaven verkaufen“ heißt (Danke, Frau Abt!). Ja, dieser Virus versklavt.

Nicht todernst, sondern auferstehungsfroh!

Aber Jesus führt in die herrliche Freiheit der Kinder Gottes. Gott reißt uns aus dem Rachen der Angst direkt hinein in die durchbohrten Hände Jesu. Er lebt und er regiert! Und im Fall der Fälle gilt: Wer an ihn glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt! Er hat Sünde, Tod und Teufel überwunden. Gehen wir doch in die vor uns liegende Zeit – nicht todernst, sondern auferstehungsfroh! Seien wir aufmerksam, aber nicht panisch. Angst macht das Leben eng, Gott eröffnet weiten Raum. Jesus hat die dem Tod verfallene Welt überwunden. Ostern ist ein Siegesfest! Mit meinen Schülern habe ich oft gebetet: „In meiner Angst bist du mir nah. Wenn ich dich rufe, bist du da. Wenn ich mich fürchte, hilfst du mir. Guter Gott, ich danke dir.“

Und ein Letztes noch: Vergessen wir nicht die Menschen, die in den Elendsquartieren, Flüchtlingslagern und armen Ländern der Welt von Corona betroffen sind – und beten wir für sie.


Jürgen Lauer (Wiesenbach) war 14 Jahre Gemeindepfarrer, 9 Jahre Studienleiter des Friedrich-Hauß-Studienzentrums bei Heidelberg sowie Religionslehrer an verschiedenen Schulen. In seinem Ruhestand hält er Vorträge und Seminare.

(idea; 16.04.2020)

 

Impuls:  Der Triumph des Kreuzes

Er hat die Mächte und Gewalten ihrer Macht entkleidet und sie öffentlich zur Schau gestellt und über sie triumphiert in Christus.

Aus dem Brief des Paulus an die Kolosser 2,15


Im feierlichen Triumphzug hielten die erfolgreichen römischen Heerführer Einzug in Rom. In ihrem Zug wurden die feindlichen Anführer gekettet mitgeführt. Vor ihrer Hinrichtung stellte man sie öffentlich zur Schau. Welche Schmach! Mit diesem Bild vergleicht Paulus die unwiderstehliche Macht und Wirkung des Kreuzes über die Mächte und Gewalten aus dem Herrschaftsbereich des Fürsten dieser Welt. Öffentlich sind sie entwaffnet und bloßgestellt. Ihre Zurschaustellung hat ihnen ihre ganze Wirkkraft entrissen.

Der Gekreuzigte macht frei von den magischen Kräften der obskuren Zwischenwelt. Manche Kirchenlehrer sprechen vom „durch das Kreuz getäuschten Satan“. Dass sich Gott in seinem Sohn für das Heil der Menschen kreuzigen lässt, ist für ihn unfassbar. Was zunächst als Sieg Satans aussieht, wird durch die Auferstehung Jesu Christi zu einem gewaltigen Triumph über Tod und Hölle. Auch Satan, die „schwarze Sonne“, ist gerichtet. Seine Macht ist gebrochen. Über die Jesus-Leute hat er keine Gewalt. Kreuz und Auferstehung sind Garantie dafür.


Wie ein langes Schachspiel

Ich vergleiche Gottes Heilsplan gerne mit einem lang andauernden Schachspiel. Der Ausgang ist ungewiss, bis einer der Spieler einen Zug macht, von dem der Kenner weiß, dass nun das Spiel entschieden ist – obschon noch unverdrossen weitergespielt wird. So ist es mit dem Kampf zwischen Licht und Finsternis. Der entscheidende Zug ist gemacht – mit dem Kreuz auf Golgatha! Der Sieg ist vollbracht. Das Kreuz mit dem Kreuz wird zum Triumpf des Kreuzes. Die Aktivitäten des Widersachers sind nur noch Rückzugsgefechte. Es bleibt ihm nur noch wenig Zeit. Sein definitives Ende ist beschlossene Sache.


Samuel Moser (Muri-Gümligen, Schweiz) ist Rentner. Vor seinem Ruhestand war er vielfältig engagiert, u. a. als Mitglied des idea-Vorstands in Deutschland und der Schweiz.

(idea; 22.04.2020)

 

Impuls:   Jesus ist da

Obwohl ihr Jesus nicht seht, glaubt ihr an ihn; und schon jetzt seid ihr erfüllt von herrlicher, unaussprechlicher Freude.

Aus dem 1. Brief des Apostels Petrus 1,8


Lesen Sie gerade auch in den Petrusbriefen (1.Petrus + 2.Petrus)? Wenn nicht, dann sollten Sie es unbedingt tun. Nicht nur häppchenweise, sondern wie einen Brief eben, vom Anfang bis zum Ende. Lesen Sie die beiden Briefe ruhig einmal und denken Sie an den Mann Petrus, der sich dahinter verbirgt. Sie werden unzählige Anklänge an sein Leben entdecken.

Was für ein beneidenswertes Leben! Denn Petrus hatte Jesus hautnah erlebt. Drei Jahre lang waren sie Tag und Nacht beisammen gewesen. Mit eigenen Augen hatte der Jünger seinen Meister erlebt, hatte Wunder gesehen, Ängste durchlitten und umwerfende Veränderungen erlebt, bis zuletzt am Ostermorgen. Man könnte ihn beneiden! Er hat uns tatsächlich etwas voraus.


Es gibt keinen Ort, an dem einer ohne Jesus sein muss

Aber jetzt ist auch Petrus nicht mehr hautnah dran. Jesus ist wieder im Himmel. Die Jünger sind auf sich gestellt. Allein predigen sie, reisen sie, ringen sie, trösten sie und schauen als Christen im Römischen Reich einer ungewissen Zukunft entgegen. Geht das? Ja, es geht, weil es auch jetzt kein Leben ohne Jesus ist. Seit Jesus auferstanden ist und seit er seinen Geist ausgegossen hat, seitdem durchdringt der Himmel die Erde. Es gibt überhaupt keinen Ort mehr, an dem einer ohne Jesus sein muss. Und das gilt nicht nur für Menschen, die Jesus einmal mit eigenen Augen gesehen haben. Es gilt für jeden, der ihm das glaubt. Klar, die Erde hat uns fest im Griff. Sie hängt uns an und setzt unserem Denken und Planen, ja unserem Leben ihre Grenzen. Aber genauso ist der Himmel da, die Gegenwart Gottes, die Verheißungen seiner Liebe, die Gewissheit der Ewigkeit und der Friede seines Geistes.


Maike Sachs ist Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Gächingen sowie Mitglied der Landessynode der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

(idea; 29. April 2020)

 

Impuls:  Verpufft der Weckruf?

So sprecht zu ihnen: So wahr ich lebe, spricht Gott der Herr: Ich habe kein Gefallen am Tode des Gottlosen, sondern dass der Gottlose umkehre von seinem Wege und lebe. So kehrt nun um von euren bösen Wegen.

Aus dem Buch des Propheten Hesekiel 33,11

Betrachtet man die biblischen Ausmaße dieser Corona-Pandemie, dann kann einem schon der Gedanke kommen, dass es sich hier um einen gewaltigen Weckruf
Gottes an die Menschheit handelt. Aber wenn diesem deutlichen Weckruf nicht eine ebenso deutliche Information gegenübersteht, wovon und wohin man aufwachen soll, könnte dieser Weckruf möglicherweise wirkungslos verpuffen.

Nun gilt: Die einzigen, die diese Information liefern könnten, sind die Christen. Handelt es sich insofern in allererster Linie vielleicht um einen Weckruf an die Christen? Denn fragt man Christen, was ihnen Jesus im Diesseits bedeutet, hört man oft: „Er hilft mir im Leben und trägt mich in schwierigen Zeiten.“ Viel seltener hört man: „Ich darf an seinem Plan mitarbeiten, andere Menschen vor dem ewigen Gericht zu retten.“

Erfüllungsgehilfen seines Rettungsplanes werden

Wie kommt es, dass Christen Jesus im Diesseits oft als Erfüllungsgehilfen für ihr Leben ansehen, anstatt sich selbst als Erfüllungsgehilfen seines Rettungsplanes? Würde eine externe säkulare Beraterfirma den Grund für dieses Phänomen erforschen, würde sie ihn möglicherweise darin finden, dass der höchste Wunsch Jesu – der Missionsbefehl – nur einen niedrigen Stellenwert in den sonntäglichen Predigten hat. In der Tat hört man kaum Predigten darüber, dass jeder Christ das gewaltige Amt hat, Botschafter des Schöpfers des Weltalls auf diesem Planeten zu sein, und wie man dazu befähigt wird.

Vielleicht würde die Beraterfirma auch feststellen, dass es im Reich Gottes immer zwei Voraussetzungen für eine Befähigung gibt: Der Mensch muss wollen, was Gott will, und glauben, dass er die Befähigung dafür bekommt. Dann geschieht es. Wenn die Pastoren ihre Gemeinden dazu bringen könnten, dass jeder darum betet, selber jemanden zum Glauben führen zu dürfen, und glaubt, dass Gott die Befähigung dazu schenkt, dann geschieht es – auf wunderbare Weise. •


Dr. Albrecht Kellner (Kirchseelte bei Bremen) ist Physiker und stellv. Technischer Direktor i. R. der Raumfahrtfirma Astrium ST, Referent und Buchautor.

(idea; 6. Mai 2020)

 

Impuls:   Singt ein neues Lied!

„Singet dem Herrn ein neues Lied“  

Aus dem alttestamentlichen Buch der Psalmen 98,1

Das war immer eine festliche Zeit, wenn Gemeinde und Chor am Sonntag Kantate Gott im Lied ehrten, manches Mal mit neuen, bei anderer Gelegenheit mit bekannten Liedern, die neu einstudiert worden waren. Die Kantate war Anfang des 18. Jahrhunderts in Italien ein begleitetes Solo-Lied. In Deutschland schuf J. S. Bach wunderbare Kantaten für Chöre. Schon die ersten Gemeinden waren singende Gemeinden. Gebe es Gott, dass bald auch die heutige Gemeinde wieder singen kann.

Gott im Lied preisen und danken

Psalm 98, der prägend ist für den vergangenen Sonntag Kantate, sagt uns, dass wir ein neues Lied singen sollen. Wir loben damit unseren Gott, der Wunder tut und Heil und Segen schafft. „Alle Enden der Erde“, also die ganze Welt, soll Gottes Handeln erkennen und anerkennen. Das der Welt zu sagen ist heute Auftrag der Gemeinde Jesu. Sie wird ihn erfüllen, wenn alle, die zur Gemeinde gehören, sich gegenseitig ermuntern mit Psalmen und Lobliedern. Neue Übersetzungen ermuntern uns, aus vollem Herzen zu singen und zu musizieren.
Das geht in unseren Tagen sicherlich nicht so, wie wir das gerne hätten. Da hilft vielleicht der alte Luther-Text, der auffordert, dem Herrn im Herzen zu singen. Aus meinem Mund strömt dann keine virusgeschwängerte Luft. Ich greife zu meinem Gesangbuch, singe oder summe allein und bitte unseren Herrn, bald wieder seiner Gemeinde Möglichkeiten zu schenken, ihn im Lied zu danken und ihn laut zu preisen.


Horst Marquardt - (Minden) gründete 1970 die Evangelische Nachrichtenagentur idea. Bis Juni 2017 war er ihr Vorsitzender.

(idea; 13. Mai 2020)

 

Impuls:   Himmelfahrt für dich


40 Tage nach dem ersten Osterfest standen die Jünger mit Jesus auf einem Berg. Der Auferstandene hatte ihnen gerade noch letzte Anweisungen gegeben, da wurde er auch schon in den Himmel gehoben. Staunend standen seine Jünger da. Ihr Herr war zum zweiten Mal von ihnen genommen worden.
 

1. Geistesgegenwärtig – warum Jesus gehen musste

Jesus wusste, dass die Himmelfahrt notwendig war. Mehr noch: Er wusste, dass es besser für seine Jünger war, wenn er zum Vater zurückgeht: „Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich hingehe; denn wenn ich nicht hingehe, so kommt der Beistand nicht zu euch. Wenn ich aber hingegangen bin, will ich ihn zu euch senden“ (Johannes 16,7).

So hatte Jesus es seinen Jüngern angekündigt. Er macht den Weg frei für den Heiligen Geist, der von nun an in seinen Nachfolgern wohnen soll, der an Pfingsten über den Gläubigen ausgeschüttet wird und der seine Kirche durch alle Zeiten führt. An Himmelfahrt feiern wir, dass diese Verheißung sich erfüllt hat. Weil Jesus in den Himmel aufgefahren ist, kommt der Himmel ein Stück näher zu uns.
 

2. Fürsprecher – warum Jesus dein Hohepriester ist

Jesus genießt im Himmel nicht seine Ruhe nach der Auferstehung. Vielmehr ist er ständig damit beschäftigt, als unser Hohepriester für uns vor Gott zu treten. „Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der kein Mitleid haben könnte mit unseren Schwachheiten, sondern einen, der in allem versucht worden ist in ähnlicher Weise [wie wir], doch ohne Sünde. So lasst uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit erlangen und Gnade finden zu rechtzeitiger Hilfe!“ (Hebräer 4,15–16).

Mit Jesus als unserem Hohepriester im Himmel haben wir den größten und wundervollsten Fürsprecher an unserer Seite. Nach seinem Leiden am Kreuz und seiner Auferstehung gibt es keinen Moment, keinen Schmerz, keine Scham und kein Leid mehr, das Jesus nicht kennen würde. Er steht ganz an unserer Seite und an unserer Stelle im Gericht. Dafür ist er uns an Himmelfahrt vorausgegangen.
 

3. Die Kommandozentrale im Himmel

Die Himmelfahrt weist in die Zukunft. Die Engel sagen es den Jüngern deutlich: „Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr hier und seht zum Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen worden ist, wird in derselben Weise wiederkommen, wie ihr ihn habt in den Himmel auffahren sehen!“ (Apostelgeschichte 1,11).

Der Auferstandene ist im Himmel, und wir warten auf seine Wiederkunft. Bis es so weit ist, sollen wir nicht einfach dastehen und in den Himmel schauen. Ebenso wie es die Aufgabe der ersten Jünger war, ist es nun an uns, Zeugen für die Botschaft Jesu zu sein.

Deshalb feiern wir. Himmelfahrt ist Jesu Geschenk an dich!

 

Gunnar Engel ist Pastor der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Wanderup (Kreis Schleswig -Flensburg).

(idea; Gastkommentar zum 20. Mai 2020)

 

Impuls:  Aufstehen – gerade jetzt!

Und nun, Herr, höre ihre Drohungen! Hilf allen, die an dich glauben, deine Botschaft mutig und unerschrocken weiterzusagen.

Aus der Apostelgeschichte 4,29


Ein befreundeter Unternehmer erzählte mir kürzlich eine interessante Begebenheit. Als seine Firma im vergangenen Jahr rote Zahlen schrieb, entschloss er sich, all seinen Mitarbeitern einen Bonus auszuzahlen. Manch ein anderer wäre in solch einer Situation eher auf den Modus „Sparen“ umgestiegen und hätte seine Mitarbeiter mit dem Messer am Hals zu Höchstleistungen angespornt. Nicht jedoch dieser Unternehmer – er handelte antizyklisch und gewann dadurch eine motivierte Truppe für das neue Geschäftsjahr.

Furchtlos Gottes Botschaft verkündigen

Auch die Apostel handelten antizyklisch. Sie waren mit großen Herausforderungen konfrontiert. Der Hohe Rat verbot ihnen, weiterhin über Jesus zu predigen. Die junge Gemeinde war heftigem Gegenwind ausgesetzt, die Zukunft ungewiss. Doch anstatt ihre Felle in Sicherheit zu bringen, gingen die Apostel in die Offensive über. Sie baten Gott nicht um Frieden und Schutz, sondern um Mut und Unerschrockenheit für die Ausführung ihres Auftrages. In der Apostelgeschichte lesen wir, dass nach dieser vollmächtigen Gebetszeit die Erde bebte. Die Christen wurden neu mit dem Heiligen Geist erfüllt und taten das, wozu alle Christen berufen sind: Sie verkündeten furchtlos Gottes Botschaft.

Antizyklisch handeln

Es stimmt. Wir stehen in herausfordernden Zeiten. Und die Versuchung ist groß, als Gemeinde und als einzelne Christen in eine defensive Haltung überzugehen. In den Sparmodus zu schalten und einfach versuchen zu überleben. Doch werden wir durch diese Geschichte herausgefordert, den Spieß umzudrehen. Antizyklisch zu handeln. Gerade in diesen dunklen Zeiten aufzustehen und das Licht des Evangeliums klar und hell aufleuchten zu lassen.

 

Gabriel Häsler (Aarau) ist Redner bei den evangelistischen „Life on Stage”-Großveranstaltungen. Er arbeitet als Evangelist und Blogger.

(idea; 27. Mai 2020)

 

Impuls:  Elixier aus der christlichen Hausapotheke

Ich bin darin guter Zuversicht, dass der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird’s auch vollenden bis an den Tag Christi Jesu.

Aus dem Brief des Paulus an die Philipper 1,6


„Mit Corona naht das Ende nun endgültig!“, raunt mir schon wieder jemand fast verschwörerisch zu. Zuversicht hört sich anders an. Zuversicht scheint gerade Mangelware zu sein. Dabei gehört sie zu den geistlich notwendigen Lebenselixieren einer christlichen Hausapotheke.

Christliche Herdenimmunität

Ein Cocktail aus bedrohlicher Zukunftsangst, verordneter Beziehungs- und langer Gottesdienstabstinenz hat das geistliche Immunsystem der christlichen Herde ordentlich angegriffen. Umso mehr brauchen wir als Schafe unseres Hirten eine geistliche Impfung, die uns in wackligen Zeiten wieder Standfestigkeit gibt: Eine tägliche Inhalation „Christus wird alles vollenden“ stärkt die Abwehrkräfte ungemein, unterbricht die Infektionsketten der Angst und steckt uns mit einer gesunden Portion Zuversicht an. Und Endzeit ist schon immer – seit der Geburt Jesu. Wann es dann so weit ist, dass der Tag Christi Jesu kommt, weiß nur der Vater im Himmel. Bis dahin heißt es tapfer und mutig: Hoffnung leben und Apfelbäume pflanzen.

Ansteckend leben

Nichts ist so ansteckend wie das neue Leben aus Christus – das ist die Botschaft nach Pfingsten. Nichts konnte damals die Ausbreitung dieser guten Nachricht verhindern, und sie lässt sich auch heute nicht in Quarantäne stecken – höchstens durch unsere Angst. Doch ist sie einmal frei, wird sie wie am Anfang von Mund zu Mund gehen und das Werk vollenden. Ansteckend glauben in ansteckenden Zeiten – das ist für mich der zuversichtliche Imperativ dieser Zeit!


Konstantin Mascher ist Prior der ökumenischen Kommunität Offensiver Junger Christen – OJC e.V. in Reichelsheim (Odenwald) und Greifswald.

(idea; 4. Juni 2020)

 

Impuls:  Menschenwürdig?


Wolfgang Schäuble sorgt in Deutschland für Diskussionen. Es sei nicht so, dass alle anderen Rechtsgüter zurücktreten müssten, wenn es darum gehe, Menschenleben zu schützen, meinte der Bundestagspräsident; der Schutz des Lebens sei nicht absolut. Sollte es im Grundgesetz überhaupt einen absoluten Wert geben, dann sei das die Würde des Menschen. Und auch diese schliesse nicht aus, dass wir sterben müssten. Schäuble selber ist seit einem Attentat im Jahre 1990 querschnittsgelähmt. Und er setzte noch einen drauf: Seine Angst vor Covid-19 halte sich in Grenzen. Sterben müssten alle, und seiner Ansicht nach seien jüngere Menschen einem viel grösseren Risiko ausgesetzt als er, weil sie noch ein längeres Leben vor sich hätten. Der mit 79 Jahren dienstälteste deutsche Politiker erntete einen Sturm der Entrüstung.

Wolfgang Schäubles Aussagen stehen vor dem Hintergrund der Pandemie-Massnahmen. Das öffentliche und private Leben wurde lahmgelegt mit dem Ziel, Leben zu retten. Dazu wurden Grundrechte wie die Wirtschaftsfreiheit und die Versammlungsfreiheit ausser Kraft gesetzt. Was blieb, waren Hausarrest und Kontaktsperren. Besuche in Spitälern und Pflegeheimen waren verboten, Treffen mit Bekannten, Freunden, Kindern und Enkeln untersagt. Und irgendwann stand die Frage im Raum: Ist der Schutz vor Ansteckung wirklich alles? Ist er so hoch einzustufen, dass uns das Recht auf Selbstverantwortung im Umgang mit Risiken aus der Hand genommen wird? Was ist menschenwürdig?

Solche Fragen treiben den Fischenthaler Pfarrer Peter Schafflützel um. „Wir könnten vielleicht noch viele solche Todesfälle verhindern, wenn wir uns für den Rest des Lebens voneinander isolierten“, sagte er im Gespräch mit idea schweiz. Aber Schafflützel fragt, ob denn das die Welt sei, die wir uns wünschten: „Es wäre eine Welt, in der wir einander nur noch durch Masken oder mit zwei Meter Abstand oder via Internet Gottes Liebe erfahrbar machen könnten.“ Körperliche Gesundheit sei ein kostbares Gut, aber nicht das einzige: „Sie ist nicht Gott.“ Auf die Frage, ob es ihn frustriere, dass die Stimme der Kirche im Umgang mit der Pandemie nicht gefragt werde, sieht Pfarrer Schafflützel das Problem eher bei den Kirchen selbst. Er fragt zurück:

„Was hindert uns Theologen, Christen und Kirchen daran, den Ängsten der Welt unsere Hoffnung auf Jesus Christus gegenüberzustellen?“

Rolf Höneisen

(idea schweiz; Editorial vom 10. Juni 2020)

 

Impuls: Von Gott geschenkte Würde

Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde.

Aus dem 1. Buch Mose 1,27a

 

Wolken hatten seine Seele verdunkelt. „Bin ich etwa nur ein Mensch zweiter Klasse?“, fragte er sich. Weil ich in einer Stadt lebe, in der ich nicht geboren bin? Weil ich ein anderes Gesangbuch und ein anderes Parteibuch habe als viele andere in meinem Umfeld? Weil ich weniger leiste, verdiene, besitze, anerkannt bin als andere? Weil ich alt und krank bin? Weil ich meine Hautfarbe und mein Aussehen nicht ändern kann? Und ich nicht mein Rückgrat auf dem Altar des Erfolges opfern will?

Die Würde dieses Menschen ist jedoch wie die Sonne, die zwar missachtet oder ignoriert werden kann, aber nicht außer Kraft zu setzen ist. Sie ist unverlierbar und unzerstörbar. Denn wer kann die Sonne vernichten, die der ewige Schöpfer geschaffen hat? Wer die angeborene und vom Schöpfer geschenkte Würde eines Menschen? Wer wagt es, sich an die Stelle des Schöpfers der Sonne und Stifters der Würde zu setzen?

Alle Menschen sind Kinder Gottes

Die Sonne – die geschenkte Würde – ist unerreichbar weit weg, aber sie ist in ihren Strahlen – z. B. im Blick auf das Recht auf Leben in Würde und das Recht auf Freiheit in Verantwortung – so nah, dass sie jeden einzelnen Menschen erleuchten und erwärmen kann.

Seit Jesus Christus, der das Ebenbild des unsichtbaren Gottes ist (Kolosser 1,15ff), können Christen die bedingungslose Liebe Gottes entdecken, die die Vernunft vernünftig macht, Kraft und Mut schenkt, Entwürdigung zu bekämpfen. Keiner ist Mensch zweiter Klasse, alle sind Kinder Gottes, die unantastbar gewürdigt sind, damit das Leben aller Menschen Würde und Gleichwertigkeit erfährt. Und eine leidende Seele Flügel bekommt, den Sonnenschein entdeckt, wieder froh wird.

 

Burkhard Budde (Bad Harzburg) ist promovierter Theologe, freier Journalist und Autor. Er war Leiter der diakonischen Stiftung Marienstift in Braunschweig und ist nach seiner Pensionierung als Stiftungsratsvorsitzender des Wichernhauses in Bad Harzburg tätig.

(idea; 17. Juni 2020)

 

Impuls: Jesus schenkt Frieden

„Dein Glaube hat dir geholfen; geh in Frieden“

Aus dem Evangelium nach Lukas 7,50 sowie 8,48

 

Deutschland ist im Krisenmodus. Fast die gesamte Welt beschäftigt sich mit dem Coronavirus, und viele Länder erleben medizinische, wirtschaftliche, gesellschaftliche Krisen. Dabei entdecken wir, Krisen sind Teile des Lebens. Mal sind sie größer und halten länger an, mal sind sie klein und von kurzer Dauer. Aber eins ist gewiss: Sie verändern Leben. Die Zusagen aus dem Lukasevangelium spricht Jesus zwei von Krisen gebeutelten Frauen zu. Da ist zum einen in Lukas 7 die Rede von einer Frau, die in eine Männerrunde eindringt und voller Liebe Jesus mit Öl salbt. Sie wird als Sünderin bezeichnet. Eine Frau außerhalb der Gesellschaft.

Die zweite Frau begegnet Jesus in der Menschenmenge. Als Jairus eine Krise erlebt: Sein Kind liegt im Sterben, und er bittet Jesus, sofort zu kommen. Da hält eine Frau das ganze Vorhaben auf. Sie ist aussätzig, leidet an Blutungen und hat ihr gesamtes Vermögen für Ärzte ausgegeben.

Beide Frauen begegnen Jesus und am Ende der Begegnung spricht er ihnen zu: „Dein Glaube hat dir geholfen; geh in Frieden.“

Zu Jesus kommen und ihm vertrauen

Es wird deutlich, dass Jesus die Handlungen der Frauen nicht als unrein oder unangebracht ansieht, sondern er deutet ihr Handeln als Glaube. Der Glaube, der hier angesprochen wird, bezieht sich nicht auf das Verlässliche des Menschen, sondern es drückt die Treue und unbedingte Liebe Gottes aus. Dem Glauben der zwei Frauen geht Gottes Glaube voran, denn glauben heißt, Gott für treu halten. Sie haben alles darauf gesetzt, Jesus in ihrer Krise zu begegnen. Tun wir das auch? In der Krise zu Jesus kommen und ihm vertrauen. Denn er ist verlässlich und schenkt Frieden. •

 

Daniela Knauz (Rödermark bei Frankfurt am Main) ist Referentin für Frauen und ältere Generationen im Bund Freier evangelischer Gemeinden.

(idea; 24. Juni 2020)