CREDO spez. 28.01.2018

Premiere für CREDO spezial

Fast zehn Jahre U-GOs im Uhinger Uditorium gingen 2017 zu Ende. Jetzt fand am letzten Sonntag im Januar die Premiere der neuen besonderen Gottesdienstreihe „CREDO spezial“ statt.

Der Ablauf knüpfte an die Gottesdienste im Uditorium an: der Chor CREscenDO bereicherte mit seinen Liedern den Vormittag, zur Einstimmung sang die Gemeinde neue Lieder mit frischer Begleitung durch Klavier und Percussion, dann nahm ein Anspiel das Thema auf, das zur Illustration der Predigt gedacht war und eine Impulspredigt von Pastor Panteleit rundete das Thema „CREDO, ich glaube. Gott kann aus Bösem Gutes machen“ ab. Die Kinder hatten ihr extra Kinderprogramm nach dem Anspiel und ganz am Schluss trafen sich alle noch im CREDO Café, um Beziehungen zu pflegen, sich auszutauschen und das Gehörte nachwirken zu lassen.

Für alle Verantwortlichen war es ein spannender Vormittag, da ein Ortswechsel für eine Veranstaltung immer auch ein Risiko birgt. Aber es war schnell klar: auch „CREDO spezial“ war gut besucht.

Im Anspiel wurde das Thema in einem Bild entfaltet. Eine sehr beschäftigte Frau bleibt in einem Fahrstuhl stecken. Das gibt ihr Zeit und Gelegenheit, über ihr Leben nachzudenken. Da hört sie, wie jemand mit ihr spricht. Einerseits sind es die Stimmen ihrer Termine, andererseits aber ist es ihre Seele, die Ermutigung und Zuspruch braucht. Pastor Panteleit nahm den Gedanken auf, was böse ist. Nicht nur, wenn ich im Fahrstuhl eingeschlossen werde. Er erinnerte an einen Fall, der vor Jahren durch die Presse ging. Ein Mann bekam einen Telefonanruf, es wurde ihm mitgeteilt, dass seine Frau sich erhängt hatte. Sie war einem Shitstorm in den Social Media zum Opfer gefallen. Pastor Panteleit ging der Frage nach: „Kann Gott aus Bösem Gutes wirken?“ An der Geschichte von Josef im Alten Testament entfaltete er seine Antwort. Josef wurde von seinen Brüdern nach Ägypten verkauft. Der wichtigste Satz in dieser Geschichte lautet: „Ihr gedachtet es böse zu machen, Gott aber machte es gut.“

Für den Zuhörer stellt sich die Frage, wie wir mit dieser Segensmacht in Berührung kommen können? Josef hielt sich in dieser für ihn schweren Zeit in der Fremde, unter bösartigen Anschuldigungen leidend, im Gefängnis schmachtend, an Gottes Gebote. Das Böse, das er erlitt, bekam einen Sinn. Der Pharao holte ihn aus dem Gefängnis und es kam der Tag, da er seinen Brüdern wieder begegnete. Gott hatte Josef vor seinen Brüdern hergesandt. Josef sprach gar nicht mehr über das Böse. Gott behielt den Überblick, er hat eine ewige Gegenwart. Er wirkt aus dem Bösesten das Gute, weil das sein Wesen ist. Dietrich Bonhoeffer schrieb aus dem Gefängnis in Tegel:

„Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will!“ Er haderte nicht mit dem Schicksal, ließ sich nicht auf die Opferrolle reduzieren und warf sein Vertrauen nicht weg. Wir brauchen heute solche Menschen, die ihre Verantwortung wahrnehmen. Josef sah Segensspuren in seinem Leben. Aber ehrlicherweise muss gesagt werden, dass es auch Zeiten gibt, da bleibt es dunkel. Jesus bekam alles aufgeladen, der Gute starb für die Bösen. Der lebendige Gott will Gutes wirken. Es ist gut, diesem Gott das Herz zu öffnen!

Lilli Ell